L’mina Jerada ist eine Bergbaustadt in Marokko, in der der Kohleabbau, obwohl er offiziell im Jahr 2001 eingestellt wurde, bis heute informell fortgesetzt wird. Der Film stellt die Arbeit in den Gruben nach, wobei ein Bühnenbild zum Einsatz kommt, das in Zusammenarbeit mit den Einwohner:innen der Stadt entstanden ist, die sich selbst in ihren eigenen Rollen darstellen. (Randa Maroufi) Taxi Moto Da er seinen Film nicht drehen darf, erfindet ein Regisseur ihn an einem anderen Ort neu – mit einem anderen Schauspieler. Während Pacy und Joe sich langsam näherkommen, wird das Kino zu einer intimen Geste der Liebe und des poetischen Widerstands. Paper Life Der junge taiwanesische Arbeiter Lin verbringt seine Tage damit, aufwendige Papierhäuschen für Begräbnisopfergaben zu basteln. Als sein Chef ein Blind Date für ihn arrangiert, beginnt er, sich seine Zukunft durch die brennenden Papierhäuschen hindurch vorzustellen. Intersecting Memory Während der Zweiten Intifada im besetzten Palästina prägen Angst, Belagerung und Tod den Alltag in der Stadt Hebron. Momente aus der Vergangenheit, aufgezeichnet auf Video, werden wiederbelebt und verflechten sich mit dem kollektiven Gedächtnis. Was bleibt inmitten all dieser Kontinuitäten der Geschichte und ihren Wiederholungen im Gedächtnis?

In seiner 42. Edition ruft das Kurzfilm Festival Hamburg vom 2.–7. Juni 2026 zum Zuhören auf. Unter dem Motto »Listening« stellt sich das feinfühlig kuratierte Programm gegen zeitgenössische Dynamiken von hyperschnellem Medienkonsum und Cancel Culture. Stattdessen schafft es einen Raum für gegenseitiges Zuhören, Nachfragen, Aushalten und Aushandeln – ein filmgewordenes Credo der Empathie. Schwerpunktthemen wie Feminismus, Warten als Politikum sowie Stimmen aus dem Kosovo und Iran initiieren Austausch. Panels und Partys? Gibts auch!