Ein Albtraum ist Wirklichkeit geworden: Ein Mädchen kommt leblos zur Welt. Seine Geburtshelferin beginnt, es wiederzubeleben. Später übernimmt ein Notarzt. Das kleine Mädchen stirbt. Seine Eltern nennen es Greta. 

Vier Jahre später steht seine Geburtshelferin vor Gericht – sie ist Ärztin, gleichzeitig Hebamme. Greta hatte im Bauch ihrer Mutter anders herum gelegen als üblich. Warum war Greta gestorben? Ein Fehler ihrer Geburtshelferin? Hatte sie Gretas Tod vorsätzlich in Kauf genommen? Das Urteil: „Schuldig des Totschlags“. Sechs Jahre und neun Monate Gefängnisstrafe, Berufsverbote, Schadensersatzzahlungen. Fragen bleiben offen. 

Ein bis dahin einmaliges Urteil nach dem unglücklichen Ausgang einer Geburt. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis ist nichts mehr wie vorher für die ehemalige Ärztin und Hebamme, inzwischen Ende 60. Sie fühlt sich dem deutschen Rechtssystem nicht mehr zugehörig. 

Regisseurin Katja Baumgarten:
"Eigentlich wollte ich nur zum ersten Verhandlungstag kommen, dann wieder zur Urteilsverkündung. Was ich im Gerichtssaal erlebe, zieht mich in den Bann: Die Stimmung ist emotional aufgeladen, gleichzeitig geht es um fachliche Details, die nur Spezialisten erfassen. Vorstellungen und Deutungen entstehen in der Rekonstruktion von Gretas Geburt. Auch gesellschaftliche Fragen werden verhandelt. 

Ich selbst habe als Hebamme viele Geburten betreut, heute Redakteurin einer Hebammenfachzeitschrift. Spontan dokumentiere ich den Prozess, irgendwann auch Dreharbeiten."

Zu Gast bei der HH-Premiere am 27.10. im Zeise:

  • Katja Baumgarten, Regisseurin, Journalistin, Hebamme
  • Andrea Köbke
       Präsidiumsmitglied des Deutschen Hebammen Verbandes
  • Prof. Dr. Holger Maul
    Chefarzt der Frauenkliniken der Asklepios-Kliniken
     Barmbek – Wandsbek – Nord-Heidberg in Hamburg
     
Deutschland 2023
Länge
96
Genre
Dokumentation
Regie
Katja Baumgarten