BRD 1983: Die junge und kluge Ursula (Anna Hornstein) fühlt sich im tristen Provinzalltag, in dem die 68er-Bewegung mit ihrem Konzept von Liebe und Selbstbefreiung nur langsam ankommt, gefangen. Sie strotzt vor Lebenskraft und Sehnsucht und möchte eigentlich nur dazugehören, findet aber kaum Anschluss. Ihre spießigen Eltern empfinden sie als zu fordernd und provokant, ihren Mitschülern ist sie zu anstrengend. Als sie sich in ihren charismatischen Lehrer Siegfried Grimm (Florian Stetter) verliebt, der Pazifismus predigt, Selbstbefreiungskurse gibt und das gesamte Dorf sexuell zu befreien scheint, beginnt auch Ursula, die konservativen Strukturen ihrer Umgebung, das Frauenbild ihrer Generation und das Konzept einer intakten Familie grundlegend in Frage zu stellen.

Grimm ist der erste Mensch, der Ursula sieht, wie sie ist und ermutigt sie, ihre Haltung klar und frei zu leben. Kein Wunder, dass sie sich sofort in ihn verliebt. Eifrig versucht Ursula fortan, Teil der gewaltfreien Bewegung auf dem Ökohof zu werden. Aber Grimm sorgt mit seiner narzisstischen Interpretation der freien Liebe für Frust bei seinen Affären, zu denen auch Ursulas Mutter (Christina Große) gehört. Noch weiß Ursula nichts davon. Emsig mobilisiert sie den halben Landkreis für das gewaltfreie Training. Doch ihre Heldentaten können nur schiefgehen: Als dann auch noch die neuen Mitstreiter alles andere als friedlich sind, ihr Opa (Hermann Beyer) auf dem Hof Zweiter Weltkrieg spielt und Ralf angeblich von Ursula bewusstlos geschlagen wurde, hat sie den Ärger ihres Lebens. Alles scheint sich gegen Ursula verschworen zu haben, am Ende sogar der konfliktscheue Grimm. Ursula fühlt sich verraten – und beschließt sich zu rächen.

Deutschland 2019
FSK
ab 12
Länge
97
Genre
Komödie
Regie
Petra Lüschow
Schauspieler
Anna Florkowski, Florian Stetter, Christina Große, Thorsten Merten
2019-09-05