Nur zweieinhalb Autostunden trennen Washington, D.C., von Piedmont, West Virginia – und doch liegen zwischen beiden Orten kulturelle Welten. In der liberalen Hauptstadt sitzt der Schock über Trump 2.0 tief: Viele Regierungsbeschäftigte fürchten um ihre Jobs, ihre Rechte und die Spielregeln der Demokratie. Im Coal Country dagegen gilt Donald Trump vielen als letzte Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung. Kohlezüge rumpeln durch den Ort, Fabrikhallen stehen leer, Drogenprobleme erschüttern die Gemeinschaft – und trotzdem gibt es hier eine enorme Widerstandskraft.
Der Film begleitet ein Jahr lang Menschen in diesen gegensätzlichen Realitäten. In Washington setzt der Videokünstler Robin Bell mit nächtlichen Projektionen Zeichen des Widerstands. In Piedmont treffen wir den ehemaligen Justizvollzugsbeamten und Pastor Dave Cowan und seinen Sohn David: gläubig, pragmatisch, geprägt von Abstiegsangst – und voller Erwartungen, dass sich „endlich etwas ändert“.
Zwischen Bangen und Hoffnung, Protest und Loyalität, Machtzentrum und vergessenen Regionen entsteht ein Porträt der USA im Ausnahmezustand. Was passiert, wenn politische Versprechen auf den Alltag treffen? Nah an den Menschen gedreht und ergänzt durch Stimmen aus Geschichte, Demokratieforschung und der christlich-konservativen Bewegung führt die Reise bis zum „Tag 365“ – und lässt erahnen, was noch kommen könnte.