1959 drehte Jean-Luc Godard, der zuvor als Filmkritiker für die Cahiers du Cinema geschrieben hatte und zu den Begründern der Autorenfilmbewegung Nouvelle Vague gehörte, seinen ersten Spielfilm. Mit „Außer Atem“ hat er die Regeln des filmischen Erzählens auf den Kopf gestellt und nachhaltig beeinflusst. Viele der Neuerungen, die Godard mit diesem Film auf die Leinwand brachte, sind mittlerweile Bestandteil des kommerziellen Kinos geworden. Der rebellische Charme und die drängenden Fragen seiner jungen Hauptfiguren machen ihn zu einem Klassiker des internationalen Kinos.

„A gun and a girl” – laut D.W. Griffith ist das die Essenz des Kinos. Jean-Luc Godard zitiert den US-Regisseur in seiner „Einführung in eine wahre Geschichte des Kinos“. Dass dieser Satz oft ihm selbst zugeschrieben wird, erstaunt nicht, denn bereits in seinem Debütfilm „Außer Atem“ – und danach immer wieder – kommt beides vor: Der Kleinganove Michel klaut in Marseille ein Auto und erschießt auf der Fahrt im Affekt einen Polizisten. Fortan ist er ein gesuchter Mann, sein Bild ist in allen Zeitungen. In Paris versucht er Geld aufzutreiben und trifft auf der Champs-Élysées die amerikanische Studentin Patricia wieder, in die er sich nach einigen gemeinsamen Nächten verliebt hat. Er möchte mit ihr nach Rom flüchten. Doch die junge Frau hat eigene Pläne und ist sich ohnehin ihrer Gefühle zu Michel nicht sicher. Als auch Patricia ins Visier der Polizei gerät, trifft sie eine fatale Entscheidung.

Text: visionkino

Frankreich 1960
FSK
ab 16
Länge
90
Genre
Drama
Regie
Jean-Luc Godard
Schauspieler
Jean-Paul Belomondo, Jean Seberg, Henri-Jacques Huet, Liliane David, Roger Hanin