Klaus Fried über seinen Film FRIENDLY FIRE:
„Es ist eine seltsame Sache, seine Eltern mit einer ganzen Generation junger Deutscher zu teilen, die ihren eigenen Eltern nicht trauen wollten. Manche fügten sich in unsere Familie ein, wie der Studentenführer Rudi Dutschke, der mit einem Fünfjährigen zu spielen wusste, oder der Clown-Bomber Fritz Teufel, der einen wunderbaren Strudel backte. Aber die meisten hatten nur Augen für Erich. Das war für uns Kinder ärgerlich.
Unser Haus war zum Bersten voll - Idealisten, die in seinem Arbeitszimmer über Politik redeten, Terroristen, die in der Küche Aktionen planten und ein ständiges Lager von Hippies, die im Garten kifften. Für uns war er „Papa“ - ein Spielzeugmacher und ein Insektenretter. Ein rundbäuchiger Brotstopfer, der mit seinen Fettfingern alles reparieren konnte. Ein Hamsterer, der an keinem Müllcontainer vorbeikam, ohne ihn nach irgendwelchen ausrangierten Dingen zu plündern, die er zur großen Empörung meiner Mutter nach Hause schleppte, als wäre er ein anderer Flüchtling, der gerettet werden musste. Aber der unaufhörliche Strom von „Besuchern“ strömte zu ihm wie zu einer Art politischem Guru.“