Ermordete und in einem Massengrab verscharrte Nonnen. Katechismuslehrer, die in ihren eigenen Häusern erschossen wurden. Ein Erzbischof wurde in seiner Kathedrale ermordet, während er eine Messe hielt. Jahrzehntelang spielte die Befreiungstheologie, ein basisdemokratischer Zweig des Katholizismus, der sich auf die Seite der Armen und Unterdrückten stellte, eine mächtige und einflussreiche Rolle in den revolutionären Bewegungen Lateinamerikas. Ihr Grundgedanke ist, so die nicaraguanische Theologin und Journalistin María López Vigil, dass Gott nicht neutral ist und auf der Seite der Armen steht. Und deshalb waren ihre Anhänger Zielscheiben.
Für die USA war die Befreiungstheologie gefährlicher als der Kommunismus. Für einen zunehmend konservativen Vatikan war sie eine Bewegung, die unterdrückt werden musste. Jetzt, Jahrzehnte nach der Zeit des revolutionären Aufbruchs in Lateinamerika, reist THE GOSPEL OF REVOLUTION durch die Region, trifft Schlüsselfiguren und zeichnet die Geschichte der Befreiungstheologie nach. Anhand von eindrucksvollem Archivmaterial und zeitgenössischen Interviews zeigt der Film, wie diese radikalen Katholiken an der Seite von Bauern, Arbeitern und indigenen Völkern gegen Ungerechtigkeit kämpften und sich weigerten, Armut und Unterdrückung hinzunehmen. Die Befreiungstheologie betonte strukturelle Veränderungen und gegenseitige Hilfe, im Gegensatz zu den heutigen, eher auf sich selbst konzentrierten evangelikalen Bewegungen. In einer Zeit, in der das evangelikale Christentum auf dem Vormarsch ist und mit konservativer Politik assoziiert wird, erinnert THE GOSPEL OF REVOLUTION eindringlich daran, dass es nicht so sein muss.