Am Straßenrand, am Rande eines dunklen Waldes, nur wenige Schritte von den rasenden Autos entfernt, stehen ausrangierte Wohnmobile regungslos und unbeweglich. Es ist Nacht. Farbige Lichterketten und bunte Herzen blinken in stoischem Rhythmus. Im Innern warten einsame Frauen; Eine liegt gedankenverloren auf dem Bett, eine andere lungert gelangweilt auf dem Beifahrersitz und tippt in ihrem Handy, eine streichelt einen kleinen Hund. Eines verbindet sie: das Warten. Darauf, dass ein Auto stehen bleibt und ein Kunde zu ihnen in den Bus steigt. Und schon gleich an dieser Stelle gelingt dem Film ein Kunststück, denn er zeigt dieses Warten und die Langeweile ohne selbst zu langweilen.

Auf den norddeutschen Landstraßen gibt es unzählige Wohnmobile der Liebe“, in denen osteuropäische und afrikanische Frauen Männer bedienen. Drei Jahre haben die Regisseurin Elke Margarete Lehrenkrauss und ihr Kameramann Christoph Rohrscheid hier verbracht, um markante Geschichten aus dem Milieu bildstark für die grße Leinwand zu erzählen. Und so treffen wir in „Lovemobil“ Milena aus Bulgarien und Rita aus Nigeria. Beide warten darauf, genug Geld beiseite legen zu können, um ihre Famileien in ihren Heimatländern zu unterstützen. Die Angst, geschlagen - vielleicht sogar getötet - zu werden, gehört zu ihrem ermüdenden Alltag. „Lovemobil“ ist tragisch, doch klammert dabei nicht die absurde Komik des täglichen Geschäfts aus. Es ist ein Film, der niemanden unberührt zurücklässt und dessen Geschichten und Bilder noch lange nachwirken und nachdenklich stimmen. 

Deutschlang 2019
Länge
106
Genre
Dokumentation
Regie
Elke Margarete Lehrenkrauss
2020-03-12
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