Sonderpreis für Schulen: 5€! Anmeldung bitte über schulkino@zeise.de

Es gibt nicht mehr viele Menschen, die vom Holocaust erzählen können. Irene Butter ist eine von ihnen. Über das Leben im Konzentrationslager und die Flucht zu sprechen, hat sie stark gemacht. Nun kommt sie zum 75. Jahrestag der Befreiung von Bergen-Belsen vermutlich zum letzten Mal nach Deutschland. Und so können wir ihr nun zuhören und Fragen stellen. Eine einmalige Gelegenheit, zumal heute, da die Erinnerungen mit den letzten Zeitzeugen verblassen.

Es gibt nicht mehr viele Menschen, die vom Holocaust erzählen können. Irene Butter ist eine von ihnen. Über das Leben im Konzentrationslager und die Flucht zu sprechen, hat sie stark gemacht. Nun kommt sie zum 75. Jahrestag der Befreiung von Bergen-Belsen vermutlich zum letzten Mal nach Deutschland. Und so können wir ihr nun zuhören und Fragen stellen. Eine einmalige Gelegenheit, zumal heute, da die Erinnerungen mit den letzten Zeitzeugen verblassen.

Irene Butter wurde 1930 als Irene Hasenberg in Berlin-Wilmersdorf geboren. Wenige Jahre vor Hitlers Machtergreifung. Als die Eltern den zunehmenden Antisemitismus in Berlin nicht mehr ertragen konnten, flohen sie 1937 nach Amsterdam. Im Mai 1940 überfiel Hitler die Niederlande. Im Juni 1943 wurden die Hasenbergs festgenommen und ins Durchgangslager Westerbork transportiert. Die meisten Insassen kamen von dort direkt nach Auschwitz. Die Hasenbergs hatten Glück. So dachten sie zumindest zunächst. Sie wurden im Februar 1944 in ein besseres Lager gebracht: nach BergenBelsen. Dort erwartete sie die Hölle.

Nur durch einen Trick konnten die Hasenbergs 1944 nach Amerika fliehen. Der Vater starb im Zug, kurz vor der Schweizer Grenze. Die todkranke Mutter und der Bruder blieben erst einmal in der Schweiz. Und so ging Irene Butter mit 14 Jahren alleine nach Amerika. Dort wohnte sie bei entfernten Verwandten, besuchte die High-School, dann die Universität, wurde Wirtschaftsprofessorin, heiratete und bekam zwei Kinder. Sie redete in diesen Jahren nie über ihre Zeit in Deutschland.

Bis zu diesem Tag im Sommer 1973, als ihre damals 12jährige Tochter Ella aus der Schule nach Hause kam. „Mama“, sagte Ella, „ich muss morgen einen Vortrag über den Holocaust halten, und ich habe allen gesagt, dass du meine Zeitzeugin bist.“ In dieser Nacht schlief Irene nicht: Wie würden die Schüler reagieren? Würden sie über sie lachen, Witze machen?

Am nächsten Tag begleitete Irene Butter ihre Tochter in die Schule. Die erste Dreiviertel Stunde sprach das Mädchen über „Hitlers Eroberung Europas und die Konzentrationslager.“ Dann war Irene dran. 15 Minuten. Sie beschrieb, wie sie in Bergen-Belsen in Holzbaracken lebten, wie die Aufseher jederzeit reinkommen, jederzeit zuschlagen konnten. Sie sprach auch über den Hunger, so gut es ging jedenfalls, „ich weiß bis heute nicht, wie ich Hunger beschreiben soll“.

Danach begann sie Vorträge in Schulen und Universitäten zu halten. Sie verband ihre Erzählungen mit Botschaften an die Menschen. Was können wir aus dieser Zeit lernen? Sei niemals ein Mitläufer. Quäle keinen Menschen, diskriminiere niemanden, gebe jedem eine Chance, so anders er auch sein mag. Und ertrinke niemals in Selbstmitleid. Mache immer weiter. „Wir können nicht nur das Böse besiegen“, findet Irene Butter bis heute, „wir müssen es sogar.“ Damit das Leiden nicht sinnlos war. Damit all die Menschen nicht sinnlos gestorben sind, die fremden und die vertrauten, die großen und kleinen.

Im vergangenen Jahr hat Irene Butter ein Buch über ihre Kindheit und Jugend geschrieben. Mit „Shores beyond shores. From Holocaust to Hope." tourt sie nun mit fast 90 Jahren – immer noch ganz Charisma und Kraft – durch Amerika. Heute in Zeiten von Trump findet sie ihre Botschaft wichtiger denn je.

Genre
Gespräch

Alle Spielzeiten

One person can make a difference: Ein Treffen mit Irene Butter.
Freitag, 17.4.
11:00
Zeise 1
Gespräch mit der Holocaust-Überlebenden Irene Butter
Klicken Sie auf die Vorstellungszeiten um Tickets zu kaufen oder zu reservieren