Vier Millionen Menschen, unzählige Schicksale und ein Ort, an dem alles zusammenläuft: die Leitstelle der Berliner Feuerwehr. Hier verdichten sich die Hilflosigkeit und die Bruchstellen unserer Gesellschaft: Angst, Verzweiflung, Hoffnung, Glück, Tod und Überleben überlagern sich manchmal innerhalb weniger Minuten. Von einem Moment auf den anderen kann hier alles kippen: Ein Gespräch beginnt banal und endet im existentiellen Ausnahmezustand. Niemand weiß, was der nächste Anruf bringt.

Der beobachtende Dokumentarfilm HUNDERTZWÖLF begleitet die Frauen und Männer der Berliner Feuerwehr, die sich dafür entschieden haben, für andere im Moment ihrer größten Not am Telefon da zu sein. Der Film folgt den Anwärter:innen zu Beginn ihres Berufs sowie erfahrenen Notrufbearbeiter:innen durch ihren belastenden und herausfordernden Schichtbetrieb.

„Wo genau ist der Notfallort?“ Eine einfache, aber entscheidende Frage, ohne die keine Hilfe möglich ist. Doch genau dies inmitten von Panik, Verwirrung oder Sprachlosigkeit herauszufinden, ist oft die größte Herausforderung. In wenigen Sekunden die Situation am anderen Ende der Leitung richtig einzuschätzen, kann über Leben und Tod entscheiden. HUNDERTZWÖLF beobachtet die Arbeit am Notruf, dort, wo Empathie Voraussetzung ist und zugleich zur Belastung wird, wo Nähe notwendig ist, um helfen zu können, und Distanz, um selbst nicht daran zu zerbrechen.

In einer Zeit, in der gesellschaftliche Gräben tiefer werden, soziale und familiäre Bindungen brüchiger erscheinen und Vertrauen in Institutionen schwindet, rückt HUNDERTZWÖLF eine stille, oft unsichtbare Form von Solidarität ins Zentrum: Menschen, die für andere da sind, wenn deren Welt gerade auseinanderbricht.

Deutschland 2027
FSK
ab 12
Länge
82
Genre
Dokumentation
Regie
August Pflugfelder